Im Roman IDENTITTI von Mithu Sanyal wird auf krawallige, humorvolle Weise eine vielschichtige Debatte über Identitätspolitik geführt. Saraswati, renommierte Professorin für Postcolonial Studies, wird gleich zu Beginn des Romans entlarvt, sich als BiPoC ausgegeben zu haben. Durch die Aufdeckung des umgekehrten Passings gerät das Leben ihrer ehemaligen Lieblingsschülerin Nivedita ins Wanken.

Auf diesen Skandal wird sehr unterschiedlich reagiert. Während sich die Öffentlichkeit gegen Saraswati wendet und in den Sozialen Medien ein Shitstorm ausbricht, zieht Nivedita trotz persönlichem Verrat kurzerhand bei ihr ein. Sie versucht die Beweggründe ihrer Professorin herauszufinden. Dadurch entsteht eine Debatte über die Frage der Zugehörigkeit, verschiedene Perspektiven auf Privilegien und den ambivalenten Begriff von race an sich.

Abgesehen davon, dass ich unfassbar viel über Rassismus, vermeintliche Chancengleichheit und Identitätssuche gelernt habe, möchte ich 3 weitere Learnings mit euch teilen:

  1. Wir müssen miteinander im Austausch bleiben. Identitti zeigt beispielsweise, wie wichtig und nötig es ist, dass eine Debatte über Identität und Rassismus geführt wird. Es muss ein wertschätzender Raum für die Begegnung unterschiedlicher Sichtweisen und Perspektiven geschaffen werden, wenn wir einander verstehen wollen.
  2. Wie wichtig es ist, als Gesellschaft konstruktiv und wertschätzend miteinander zu streiten. Dem Konflikt nicht aus dem Weg zu gehen, ist Ausdruck von Liebe.
  3. Vielfältige Perspektiven sind wertvoll. Sie helfen uns zu lernen und zu wachsen.

Ich kann diesen schrägen, herausfordernden Roman von Herzen empfehlen.

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