Bis vor wenigen Jahren dachte ich, dass ich alles schaffe, wenn ich nur hart genug dafür arbeite. Wenn es mich nicht an die Grenzen gebracht hat, dann habe ich mir meinen Erfolg nicht verdient. Erbrachte Leistung als Erfolgsgarant. Das hat viele Jahre funktioniert. War im Nachhinein aber auch recht einsam. Mit jedem Kind merke ich mehr, dass es nicht mehr funktioniert.

Mit meinem begrenzten Energiekontingent, meiner begrenzten Zeit, meinen begrenzten Nerven, bin ich auf andere Menschen angewiesen. Seit ich es geschafft habe, mich und meine begrenzten Ressourcen zu akzeptieren, fühle ich mich befreiter. Schwäche zeigen, nach Hilfe bitten, Grenzen ziehen ist menschlich und wichtig. Und einfach die Realität. Ich kann nicht alles und will es auch nicht.

Ich habe das große Glück, einen Partner zu haben, mit dem ich gemeinsam Berge versetze. Mit ihm muss ich nicht alles können. Mein Hang nach Perfektion ist der Akzeptanz der eigenen Fehlbarkeit gewichen. Der Gewissheit, dass ich nicht unersetzbar bin. Ich kann auch mal nicht können. Und dabei lerne ich sehr viel. Über mich, meine Bedürfnisse und meine Grenzen.

Sich zu öffnen und Menschen an der Seite zu wissen, die für einen da sind, einen mit allen Schwächen und Unsicherheiten beistehen und akzeptieren, ist unbezahlbar. Egal ob Partner*in, Freund*in, Familie, Nachbar*in etc. Wir brauchen andere Menschen!

Die Voraussetzung dafür war zu akzeptieren, dass ich nicht alles alleine schaffe und das das in Ordnung ist.

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